Porträt-Reihe: Gesichter der Liga Hessen

Bei unserer Arbeit vor Ort, bei Terminen mit verschiedenen Akteuren, stellen wir immer mal wieder fest, dass wir zunächst einmal erklären mussen, was und wer die Liga Hessen eigentlich ist, was sie tut und wer sich dahinter verbirgt. Mit einer neuen Porträtreihe "Gesichter der Liga Hessen" möchten wir einige Menschen vorstellen, die in der Liga aktiv sind.

Teil 1: Frau Dr. Yasmin Alinaghi

Die ehemalige Liga-Vorstandsvorsitzende Dr. Yasmin Alinaghi, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbandes Hessen, hat sich zu einem Kurzinterview bereit erklärt. Sie erzählt etwas zu ihrer Rolle bei der Liga, den Herausforderungen und positiven Erlebnissen ihrer Arbeit und beantwortet auch ganz persönliche Fragen.


Wie sehen Sie Ihre Rolle bei der Liga Hessen?

Ich verstehe mich sowohl im Paritätischen Hessen als auch in der Liga als Interessensvertreterin für die Anliegen von Menschen in prekären Lebenslagen und für die Interessen unserer Mitglieder. Es geht darum die Interessen aller Wohlfahrtsverbände zu einen und auf die Agenda unserer Landesregierung zu setzten. Ich versuche dazu beizutragen, dass wir eine starke soziale Infrastruktur in Hessen schaffen, die Krisen vorbeugt und zu bewältigen hilft.


Welche Facetten der Liga-Arbeit finden Sie besonders interessant?

Besonders interessant sind die politischen Gespräche mit den Fraktionen, den Ministerien und den sozialpolitischen Sprecher*innen der Parteien. Ich vertrete die Liga außerdem gern in übergeordneten Gremien, wie dem Asylkonvent, dem Bündnis Fachkräftesicherung oder dem Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks.


Auf welche Herausforderungen sind Sie in Ihrer Vorsitz-Zeit gestoßen? Welche positiven Erfahrungen haben Sie gemacht?

Ligaarbeit erfordert intern wie extern Diplomatie. Politik ändert sich oft nur langsam: Viele Themen müssen wieder und wieder in Erinnerung gerufen und auf die sozialpolitische Agenda gebracht werden, Prozesse dauern und Sozialpolitik erhält leider nicht immer die Aufmerksamkeit, die sie meiner Meinung nach verdient; Manchmal ist ein derart großes Maß an Diplomatie gefordert, dass es mir persönlich schwerfällt, nicht die Geduld und die Zuversicht zu verlieren.

Positive Erfahrungen stellen sich immer dann ein, wenn unsere Bemühungen Erfolg zeigen und wir für unsere Mitglieder und deren Klient*innen etwas Positives erreichen, z.B. finanzielle und strukturelle Unterstützung während der Corona-Pandemie. Auch, dass Politik die Wohlfahrtsverbände endlich als großen Arbeitgeber wahrnimmt und in den Diskurs zur Fachkräftegewinnung und -sicherung einbindet oder uns bei Digitalisierungsfördermaßnahmen mitdenkt, ist ein Fortschritt.

 

Auf was freuen Sie sich in der zweiten Jahreshälfte 2022 (beruflich und privat)?

Beruflich würde ich mich sehr freuen, wenn es endlich einen Zugang für alle Arbeitnehmer*innen der Wohlfahrtsverbände zum hessenweiten Jobticket gäbe. Das ist wichtig, um für Arbeitskräfte attraktiv zu sein, aber auch für die Klimawende. Politik könnte uns meiner Meinung nach helfen und auf die Verkehrsverbünde einwirken. Es geht mir keineswegs darum eine Finanzierung des Jobtickets durch das Land zu erwirken, sondern um den Abbau der bürokratischen Barrieren, die bislang verhindern, dass Einrichtungen mit weniger als 51 Mitarbeiter*innen von dem hessenweiten Jobticket profitieren können. Noch besser wäre es natürlich, wenn der Bund das Neun-Euro-Ticket dauerhaft etablieren würde. Das wäre ein echter Meilenstein.

Privat freue ich mich auf das Erscheinen meines neuen Kinderbuches mit dem Titel „Barfuß, Bulldog, Bolognese“. Natürlich geht es darin auch um sozialpolitische Themen wie Inklusion und Flucht. Aber vor allem um Freundschaft.

 

Welche Themen interessieren Sie außerhalb der Arbeit?

Ich bin ein großer Tennisfan, liebe den Wintersport und schreibe gern, sofern es meine Zeit zulässt. Außerdem ist das Reisen während der Corona-Pandemie leider viel zu kurz gekommen und verlangt dringend nach einer Auffrischung.

 

Herzlichen Dank für das Interview, Frau Dr. Alinaghi.