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Wenn junge Menschen Hilfe brauchen, darf Unterstützung nicht am Geld scheitern

Zum Internationalen Tag der Jugend fordert die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen eine verlässliche und langfristige Finanzierung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Kinder, Jugendliche und Familien.

Ein fünfzehnjähriger Junge geht seit Wochen nicht mehr zur Schule und zeigt Anzeichen einer Depression. Seine alleinerziehende Mutter sucht Hilfe, wird jedoch von Stelle zu Stelle verwiesen und wartet auf Unterstützung. Währenddessen verschärft sich die Situation. Solche Fälle sind längst keine Ausnahme mehr. Auch in Hessen erleben viele Familien, wie schwierig es geworden ist, schnell die Hilfe zu bekommen, die sie brauchen. Dabei gilt: Wer frühzeitig Unterstützung erhält, braucht später oft weniger intensive Hilfen. Prävention und niedrigschwellige Beratung entlasten Familien, stärken Kinder und Jugendliche und verhindern, dass sich Krisen verfestigen. Aus Sicht der Liga Hessen müssen diese Angebote deshalb dauerhaft abgesichert und weiter ausgebaut werden.

„Junge Menschen brauchen schnelle, verlässliche und gut aufeinander abgestimmte Unterstützung. Gerade in belastenden Lebenssituationen dürfen Familien nicht an Zuständigkeiten, langen Wartezeiten oder fehlenden Angeboten scheitern“, sagt Sara Klingel, Geschäftsführerin des Liga-Arbeitskreises Kinder, Jugend, Frauen und Familie.

Aktuell steigt der Druck auf die bestehenden Hilfesysteme. Immer mehr Jugendliche benötigen Unterstützung. Psychische Belastungen, familiäre Konflikte, schulischer Druck und soziale Unsicherheit treten häufig gemeinsam auf. Um jungen Menschen wirksam helfen zu können, müssen Jugendhilfe, Schule, Gesundheitswesen und Eingliederungshilfe eng zusammenarbeiten. Eine Lotsenrolle spielen dabei niedrigschwellige Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien, etwa die Erziehungsberatung sowie Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen. Sie erreichen Menschen frühzeitig und ohne große Hürden und können oft verhindern, dass Probleme eskalieren. Umso besorgniserregender ist es, dass ausgerechnet diese bewährten Angebote zunehmend unter finanziellem Druck stehen. Die Liga fordert daher eine verlässliche Finanzierung, damit diese wichtige Säule der psychosozialen Versorgung erhalten bleibt.

Besondere Aufmerksamkeit braucht die Situation junger Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung. Jugendmigrationsdienste, Sprachförderung und psychosoziale Unterstützungsangebote sind wichtige Voraussetzungen für Teilhabe, Bildungserfolg und eine gelingende Integration. Viele dieser Angebote stehen unter erheblichem finanziellem Druck. Die Liga warnt davor, notwendige Unterstützungsstrukturen weiter zu schwächen und damit die Zukunftschancen junger Menschen zu gefährden.

„Prävention, leicht zugängliche Beratung und gut vernetzte Unterstützungsstrukturen sind Investitionen in die Zukunft junger Menschen. Sie stärken die psychische Gesundheit, fördern gesellschaftliche Teilhabe und eröffnen faire Chancen für Kinder und Jugendliche“, betont Klingel. „Hessen hat derzeit den Vorsitz der Jugend- und Familienministerkonferenz und kann die Stärkung dieser Angebote auf die politische Agenda setzen. Bund, Land und Kommunen müssen jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit junge Menschen dauerhaft die Unterstützung erhalten, die sie brauchen.“

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