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Inklusion in Bewegung: Praxis und Politik für junge Menschen in Hessen

Wie kann Inklusion für junge Menschen in Hessen gestaltet und weiterentwickelt werden? Diese Frage stellt sich nicht erst mit dem aktuell vorliegenden Entwurf des Kinder- und Jugendhilfeinklusiongesetzes (IKJHG). Vielmehr geht es um grundlegende fachliche und strukturelle Fragen an den Schnittstellen von Eingliederungshilfe und Kinder- und Jugendhilfe, die wir im Rahmen des digitalen Fachtags gemeinsam in den Blick nehmen wollen.

Ziel des Fachtags der Liga Hessen ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen zu diskutieren und Impulse für eine inklusive Weiterentwicklung der Unterstützung junger Menschen in Hessen zu setzen. Dabei kommen auch Praktiker*innen aus der Eingliederungshilfe und der Kinder- und Jugendhilfe zu Wort, die Einblicke in die konkrete Umsetzung inklusiver Leistungen geben. Neben fachlichen Impulsen bietet der Fachtag Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Diskussion.

Zielgruppe: Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte, Leitungspersonen und Interessierte aus Praxis, Verwaltung und Verbänden der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe.

>> Das ausführliche Programm mit allen Inputs und Workshops können Sie hier sehen und herunterladen.

 

> Die Präsentationen der Workshops und Vorträge finden Sie hier:

Workshop Kita

Workshop Schulassistenz

Workshop Jugendverbandsarbeit

Workshop Einrichtungen über Tag und Nacht

Vortrag Daniel Kieslinger (Liga Rheinland Pfalz): “Strukturreform - Inklusive Kinder- und Jugendhilfe als organisationaler Veränderungsmotor”

Vortrag Prof. Dr. Albrecht Rohrmann: “Hilfe Planung! Hilfe-, Gesamt- und Maßnahmeplanung in einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe”


Nachtrag zum Fachtag:

Der digitale Fachtag „Inklusion in Bewegung – Praxis und Politik für junge Menschen in Hessen“ hat rund 125 Fachkräfte, Leitungspersonen und Engagierte aus ganz Hessen zusammengebracht. Gemeinsam haben sie darüber beraten, wie Inklusion für junge Menschen besser gelingen und nachhaltig gestärkt werden kann.

Zum Auftakt begrüßte Moderatorin Alexandra Habdank die Teilnehmenden. In ihren Grußworten machten die Vorsitzenden der Liga-Arbeitskreise “Eingliederungshilfe”, Carsten Tag, sowie “Kinder, Jugend, Frauen und Familie”, Regina Freisberg, und Sozialministerin Heike Hofmann deutlich: Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Damit sie gelingt, braucht es klare politische Rahmenbedingungen und verlässliche Strukturen.

Fachliche Impulse von Daniel Kieslinger (Geschäftsführer Liga Rheinland-Pfalz) und Prof. Dr. Albrecht Rohrmann griffen zentrale Fragen auf: Wie kann die geplante Strukturreform genutzt werden, um die Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Eingliederungshilfe zu verbessern? Und wie lassen sich Unterstützungsangebote so gestalten, dass sie sich stärker an den individuellen Bedürfnissen junger Menschen orientieren? Deutlich wurde, dass gute Inklusion nur funktioniert, wenn Bedarfe frühzeitig erkannt und gemeinsam geplant werden.

In den anschließenden Workshops diskutierten die Teilnehmenden konkrete Beispiele aus der Praxis – etwa aus Kitas, Schulen, der Jugendverbandsarbeit und stationären Einrichtungen. Dabei zeigte sich: Es gibt bereits viele gute Ideen und erfolgreiche Ansätze. Häufig bleiben diese jedoch auf einzelne Projekte begrenzt und werden nicht dauerhaft gesichert. Gleichzeitig wurde deutlich, dass es noch bessere Rahmenbedingungen, mehr Fachkräfte und eine engere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Systemen braucht.

In der abschließenden Podiumsdiskussion kamen Stimmen aus Politik, Verwaltung, Praxis und Selbstvertretung zusammen. Die Diskutierenden waren sich einig: Hessen ist auf dem Weg zu mehr Inklusion, hat aber noch einiges vor sich. Besonders die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Hilfesystemen ist weiterhin eine große Herausforderung. Unklare Zuständigkeiten und komplizierte Verfahren erschweren es oft, passende Unterstützung schnell und unkompliziert bereitzustellen. Auch im Bildungsbereich besteht weiterhin großer Handlungsbedarf. Schulen spielen eine zentrale Rolle für gelingende Inklusion, sind aber noch häufig von strukturellen Barrieren geprägt.

Ein zentrales Ergebnis des Fachtages: Inklusion muss konsequent vom einzelnen jungen Menschen gedacht werden. Die Perspektiven von Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen mit Behinderung müssen stärker einbezogen werden – nicht als Zusatz, sondern als selbstverständlicher Bestandteil. Ebenso wichtig ist eine bessere Abstimmung zwischen den verschiedenen Systemen.

Der Fachtag macht deutlich: Inklusion ist in Hessen bereits in Bewegung, aber noch nicht am Ziel angekommen. Damit sie dauerhaft gelingt, braucht es klare Zuständigkeiten, verlässliche Strukturen und eine langfristige Finanzierung. Vor allem aber braucht es das gemeinsame Engagement aller Beteiligten. Denn Inklusion gelingt nur, wenn alle an einem Strang ziehen – und sie bleibt eine Aufgabe, die sich stetig weiterentwickelt.

(Text: Yan Temminghoff, Liga-Arbeitskreis “Kinder, Jugend, Frauen und Familie”)

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