APPELL #MenschenWürdeSchützen

Mit dem Appell #MenschenWürdeSchützen richten sich die Liga der Freien Wohlfahrtspflege, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Evangelische Kirche im Rheinland, das Bistum Limburg, der DGB Hessen-Thüringen, der Hessische Flüchtlingsrat, die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Hessen, Amnesty International, PRO ASYL und medico international sowie mehr als 130 weitere bundesweite und hessische Organisationen an die hessische Landesregierung. Auch die Oberbürgermeister von Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Marburg, Wiesbaden und die Landräte der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau sowie weitere kommunal Verantwortliche haben den Appell unterschrieben.

Sie fordern die Landesregierung auf:

  • Schaffen Sie mit einem dauerhaften Landesaufnahmeprogramm sichere und legale Zugangswege und eine Lebensperspektive für jährlich mindestens 1.500 besonders verletzliche Flüchtlinge aus Flüchtlingslagern!
  • Ermöglichen Sie, dass Menschen aus den griechischen Flüchtlingslagern, die familiäre Beziehungen in Hessen haben, kurzfristig aufgenommen werden!
  • Setzen Sie alle Hebel in Bewegung, damit die Bundesregierung endlich ein dauerhaftes Aufnahmeprogramm auflegt und zwar für im Mittelmeer aus Seenot gerettete Personen, für allein reisende Kinder und kranke Kinder mit ihren Familien in griechischen Flüchtlingslagern. Setzen Sie ein Zeichen, indem Sie der Bundesregierung zusagen, im Rahmen eines solchen Programms pro Jahr mindestens 300 Flüchtlinge mehr aufzunehmen, als Sie es nach dem innerdeutschen Verteilmechanismus (Königsteiner Schlüssel) eigentlich müssen!

#MenschenWürdeSchützen  #LeaveNoOneBehind  #HessenNimmtAuf 

Warum haben wir unterschrieben?

Liga-Vorstandsvorsitzende Dr. Yasmin Alinaghi schildert, warum ihr es wichtig ist, den Appell #MenschenWürdeSchützen mitzutragen und welche Forderungen sie an die Hessische Landesregierung stellt.

"Vor über 150 Jahren setzte sich Rotkreuz-Gründer Henry Dunant ein für die unterschiedslose Hilfe von Mensch zu Mensch. Sein Leitsatz „Tutti fratelli“ (alle sind Brüder)  ist auch heute zentraler Punkt unseres Handelns, um Leid zu lindern.
Aus diesem Grund tragen wir als DRK Landesverband Hessen den Appell #MenschenWürdeSchützen mit, und setzen uns dafür ein, dass mehr Geflüchtete in Hessen  aufgenommen werden. Wir haben in Hessen die Möglichkeiten, Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen.
Ihren Willen dazu hat die hessische Landesregierung bereits im Koalitionsvertrag im Dezember 2018 festgehalten. Jetzt heißt es zu handeln, und durch die Schaffung eines Landesaufnahmeprogrammes dem positiven Vorbild anderer Bundesländer zu folgen."
Nils Möller, Landesgeschäftsführer DRK LV Hessen 

Pfarrer Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, unterstützt den Appell #MenschenWürdeSchützen:

"In Darmstadt fördern wir Teilhabe und gute Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, dass wir jungen Menschen, die unter unerträglichen Zuständen in Lagern leben müssen, ebenfalls  gute Entwicklungs- und Zukunftsperspektiven ermöglichen wollen. Solidarität und Menschenwürde reichen über unsere Stadtgrenze hinaus." Barbara Akdeniz, Sozial- und Umweltdezernentin der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann unterstützt den Appell tatkräftig. Danke! 

„Vom Notaufnahmelager nach dem Krieg bis zur Hessischen Erstaufnahme heute: Die Stadt Gießen ist seit langem schon ein Zufluchtsort für Übersiedler, Aussiedler und auch Geflüchtete – ein erster „sicherer Hafen“. Viele fanden und finden hier eine erste Unterstützung, Hilfe, Schutz und später auch eine neue Heimat. Gießen hat diese Haltung verinnerlicht: Viele engagierte Bürger*innen, viel zivilgesellschaftlich organisierte Solidarität für Geflüchtete zeichnen Gießen aus! Ich als Oberbürgermeisterin Gießens mache mich daher stark für sichere und legale Zugangswege für Geflüchtete durch ein dauerhaftes Aufnahmeprogramm, v.a. für aus Seenot gerettete Personen, allein reisende Minderjährige und kranke Kinder und ihre Familien.“ Dietlind Grabe-Bolz, Oberbürgermeisterin der Universitätsstadt Gießen

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende hat den Appell auch unterschrieben. Im Video sagt er, was ihn dazu bewegt hat.

„Die Corona-Pandemie und die ihr folgenden Maßnahmen, haben Geflüchtete besonders hart getroffen. Statt rassistischer Hetze von rechts beizugeben und auf Abschottung zu setzen, gilt es gerade jetzt, sich für humanitäre Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge stark zu machen und Menschen auch bei uns in Hessen aufzunehmen.“ Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank

Auch PRO ASYL unterstützt den Appell #MenschenWürdeSchützen! Geschäftsführer Günter Burkhardt sagt, warum.  

„Ich unterstütze den Appell, weil es mir wichtig ist, dass wir trotz der Existenzsorgen bei uns nicht blind und taub für die Not anderer Menschen werden. Menschen in Flüchtlingslagern
sind dem Virus noch schutzloser ausgeliefert als wir. Ihnen zu helfen ist für mich ein Gebot christlicher Nächstenliebe.“
Dr. Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Der Oberbürgermeister von Marburg, Dr. Thomas Spies, hat sich auch dem Appell angeschlossen. 

„Die humanitäre Situation in den überfüllten Flüchtlingslagern von Libanon, Nord-Syrien bis in die Türkei und Griechenland ist längst zu einer moralischen Überlebensfrage für Europa geworden. medico macht seit vielen Jahren auf den Missstand aufmerksam und skandalisiert das politische Versagen. Wir unterstützen den Appell, weil er ein kleines Fenster der Hoffnung öffnet. Es ermutigt mich, dass Gewerkschaften, Kirchen, hessische Kommunen und Landkreise gemeinsam ein Zeichen der Vernunft und Solidarität setzen!“ Christian Weis, Geschäftsführer medico international e.V. Frankfurt

Wolfgang Rösch, Generalvikar, und Barbara Reutelsterz, Flüchtlingsbeauftragte im Bistum Limburg, schließen sich dem Appell an. 

„Der Diözesancaritasverband Limburg unterstützt den Appell #MenschenWürdeSchützen. Die Ungewissheit der Menschen in den überfüllten Flüchtlingslagern muss endlich einer Lebensperspektive weichen. Besonders die Verletzlichen unter ihnen benötigen dringend einen sicheren Schutzraum, den Hessen mit einem nachhaltigen Landesaufnahmeprogramm bieten kann. Wir appellieren deshalb an die Landesregierung, hier endlich tätig zu werden. Wir als Caritas und Kirche wollen die im Rahmen eines Landesprogramms ankommenden Flüchtlinge mit unseren haupt- und ehrenamtlichen Strukturen unterstützen“.

Jörg Klärner, Diözesancaritasdirektor Limburg

Der Kirchenpräsident der EKHN, Dr. Dr. Volker Jung zu seiner Motivation, den Appell #MenschenWürdeSchützen zu unterschreiben:

Der Landrat von Groß-Gerau, Thomas Will, hat auch den Appell unterschrieben. Danke für die Unterstützung!

Politische Stimmen zum Thema

Dringlicher Antrag Fraktion der CDU und Fraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN vom 19.06.2019 zu „Landesaufnahmeprogramm für Flüchtlinge in Not“. Darin heißt es u.a.: „Der Landtag ist besorgt über die Situation von Schutzsuchenden auf dem Mittelmeer. Dass Menschen auf dem Weg nach Europa sterben, ist unerträglich. Der Landtag unterstützt das Vorhaben der Landesregierung ein Landesaufnahmeprogramm für eine Gruppe Schutzsuchender mit hoher Vulnerabilität aufzulegen. In diesem Zusammenhang gilt es zu prüfen, inwiefern im Kontext eines Landesaufnahmeprogramms aus Seenot Gerettete aufgenommen werden können.“

Pressemitteilung der LINKEN im Hessischen Landtag (19.05.2020)

Pressemitteilung der SPD-Fraktion: Umsetzung eines Landesaufnahmeprogramms lässt auf sich warten (22.05.2020)