Seit vielen Jahren verschärft sich die Lage nicht nur auf dem hessischen Wohnungsmarkt stetig weiter. Die Mieten stiegen auch während der Corona-Pandemie ungebremst. Während im südhessischen Ballungsraum und in den hessischen Mittelzentren stark angespannte Wohnungsmärkte zu beobachten sind, gibt es im ländlichen Raum zwar verfügbaren und oftmals bezahlbaren Wohnraum, allerdings fehlt es hier vielerorts an der notwendigen sozialen und medizinischen Infrastruktur sowie an flächendeckender und guter ÖPNV-Anbindung. Besonders für Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen wird es zunehmend unmöglich, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Für viele Klient*innen der Freien Wohlfahrtspflege ist es schier ein Ding der Unmöglichkeit.

Im Oktober 2018 wurde seitens des Liga-Gesamtvorstandes beschlossen, das Thema Wohnen bzw. "Soziale Wohnungspolitik I Bezahlbarer Wohnraum für Alle" als Schwerpunktthema der Liga intensiver weiter zu verfolgen. Im März 2019 nahm die Arbeitskreisübergreifende "Querschnittsarbeitsgruppe Wohnen" ihre Arbeit auf. Die QAG „Wohnen“ ist direkt an den Liga-Gesamtvorstand angebunden.


Liga-Film Wohnen ist ein Menschenrecht!

Menschen in besonderen sozialen Situationen, die in stationären Einrichtungen Hilfe in Anspruch nehmen, haben auf dem Wohnungsmarkt in vielen Fällen keine Chance. Die Studie zum Wohnraumbedarf benachteiligter Gruppen, die die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Hessen in Auftrag gegeben hat, belegt dies eindeutig.  Im Film sprechen Klient*innen und Einrichtungsmitarbeitende über Herausforderungen bei der Wohnungssuche und mögliche Lösungen.

Wohnraumbedarfsstudie

Da es gerade bzgl. der besonderen Herausforderungen und spezifischen Bedingungen für benachteiligte Gruppen am Wohnungsmarkt bislang keinerlei wissenschaftlichen Daten gibt, hat die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen im Jahr 2020 eine Studie hierzu beim Berliner Forschungsinistitut RegioKontext in Auftrag gegeben. Diese Studie soll den Entscheidungsträger*innen der Politik und Wohnungswirtschaft aufzeigen, wie dringend es ist, Abhilfe zu schaffen bzw. gezielt Ansätze zur Schaffung eines erweiterten Wohnungsangebotes für diese Gruppen zu entwickeln.

Die Studie zum Wohnraumbedarf benachteiligter Gruppen nimmt die Liga Hessen zum Anlass, wohnungspolitische Forderungen an die hessische Landesregierung und die hessische Kommunalpolitik zu richten.

>> Die Studie können Sie hier einsehen und herunterladen (pdf, 1.6 MB).

 

Mitglieder der QAG Wohnen

Uwe Seibel I Diakonie Hessen - Sprecher der QAG

Holger Franz I Dicv Fulda - Sprecher der QAG

Stefan Baudach I Dicv Limburg

Annette Wippermann I Der Paritätische Hessen

Lars Lauer I Der Paritätische Hessen

Brigitte Lerch I Dicv Mainz

Rita Henning I Diakonie Hessen